Prozession mit Wattenscheids Stadtheiliger

Ende des Festumzugs mit der Heiligen Gertrud in Nivelles

Ende des Festumzugs mit der Heiligen Gertrud in Nivelles

St. Gertrud von Brabant oder dort St. Gertrud von Nivelles (Belgien) heißt Wattenscheids Stadtheilige. Im Dritten Reich wurde sie aus dem Wappenschild der Stadt verbannt, aber noch immer wird sie das Wappen „haltend“ mit Hirtenstab und Mäusen dargestellt. In Nivelles gründete die Heilige Gertrud ein Kloster. Das Stift errichtete eine Kathedrale mit zwei Chören. Ein imposantes Gebäude, das Jahrzehnte nach seiner Bombardierung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden ist.

Nachweisbar seit mindestens 739 Jahren findet alljährlich, am Sonntag des Heiligen Michael oder am Sonntag danach, wenn sein Tag auf einen Wochentag fällt, eine Prozession um die Stadt herum statt. Die Tour hat heutzutage eine Länge von 20 km und es schließt sich nach einer Pause ein festlicher Umzug in die Stadt an, der in der Kathedrale endet.

Pilger aus anderen Ländern nehmen teil und seit 59 Jahren auch eine Delegation aus Wattenscheid. Wie das Fest zu Ehren der Heiligen Gertrud nie nur allein ein religiöses Fest war, so ist die alljährliche Fahrt nicht rein religiös, sondern auch als Dienst zur Völkerverständigung gedacht. Es sind die Bürger, denen die Gebeine für ihre Prozession, übergeben werden. Die Tradition der Wattenscheider Delegation begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Da war das nicht selbstverständlich, in Belgien willkommen geheißen zu sein. Erst recht gilt das für eine von Deutschen bombardierte Stadt, deren Kathedrale in Ruinen lag. Auch der Schreib der Heiligen Gertrud war nur noch Trümmer. Damals wurden die Wattenscheider gleich in den Festumzug eingereiht. Das ist bis heute so.

Und so ist in Nivelles hier und da bis heute die Wattenscheider Fahne und das Stadtwappen zu sehen – in der Kathedrale und auf Empfängen.

Auch im kommenden Jahr organisiert das Komitee St. Gertrud wieder eine Fahrt, dann am 29. und 30. September 2016.

Wattenscheider Heimatkunde für Jedermann

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In der Stadtbücherei, in der 1. Etage des Gertrudiscenters am Alten Markt, findet sich dieser Schrank. Es handelt sich um eine Spende des Heimat- und Bürgervereins. Der Schrank enthält u. a. die heimatkundliche Literatur zu Wattenscheid. Weiteres Material hat das Stadtarchiv. Hier findet sich aber Interessantes und Historische zu Wattenscheid, zum Ruhrgebiet und auch Bochum.

Es geht um die Enstehungsgeschichte Wattenscheids. Die Alte Freiheit im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, aber auch um Kriegsjahre und das Dritte Reich. Eintritt und Nutzung sind kostenfrei. Die Bibliothekare helfen gerne weiter.

600 Jahre Wattenscheid

600 Jahre Wattenscheid 1417-2017 Tag Als Gründungsjahr der mit städtähnlichen Rechten beliehenen „Freiheit Wattenscheid“ gilt das Jahr 1417. Die Kopie einer Verleihungsurkunde des Grafen von Kleve kann auf spätestens diese Jahr datiert werden. Die Siedlung selber ist älter. Im Jahr 690 errichtet der Heilige Swidbert (Suitbert) hier eine Kirche, wo heute die der Heiligen Gertrud gewidmete Kirchenburg steht. Gefeiert wurde die Erhebung zur Freiheit zuletzt als 555-Jahrfeier in 1972.

Jetzt wird es doch Zeit sich auf die 600-Jahr-Feier in 2017 vorzubereiten?
Gibt es Ideen? Stadtfest? Umzug? Sondermarke?

Inzwischen gibt es eine Facebook-Gruppe zum Thema: 600 Jahre Wattenscheid

Als die Stadt der Kadetten noch nebenan lag

Kadett mit Kennzeichen "WAT N-522"

Kadett mit Kennzeichen "WAT N-522"

… da wurde dieses Fahrzeug mit WAT-Kennzeichen bei Opel produziert. Das Modell ist ein „Kadett“ und daher wurde die damalige Nachbarstadt auch scherzhaft als „Stadt der Kadetten“ bezeichnet. Er stammt aus der Baureihe B, die von 1965 bis 1973 produziert wurde. Mit einer Stückzahl von 2,69 Millionen und einigen Variationen gehört das Modell bis heute zu den erfolgreichsten der Adam Opel AG.

Die Zeit des Kadett B ist als ungefähr so lange vorbei, wie die Vergabe der letzten WAT-Kennzeichen.

Foto: Ulli Weber (CC BY), von wattenscheid.net

Als der Bürgermeister noch WAT fuhr

Eröffnung der Autowäscherei Gollheide, Wattenscheid 1964

Eröffnung der Autowäscherei Gollheide, Wattenscheid 1964

Es war einmal, da fuhr der Bürgermeister von Wattenscheid noch ein Fahrzeug mit WAT. Das Bild von 1964 zeigt den damaligen Wattenscheider Bürgermeister bei der Eröffnung einer Autowäscherei an der Gollheide. Als Kennzeichen hatte der Dienst-Mercedes „WAT-255“, also ohne Buchstaben in der Mitte.

Kommt das WAT-Kennzeichen zurück ist mit Dienstfahrzeugen mit „WAT“ nicht zu rechnen. Die Zahl hat nachgelassen, oftmals kommt ein städtischer Wagen mit „SV“ für Stadtverwaltung daher. Der städtische Fuhrpark ist nun eine eigene Gesellschaft, die USB GmbH, deren Fahrzeuge oft als Buchstabenkombination „UB“ tragen. Und einen eigenen Dienstwagen hat der Wattenscheider Bezirksbürgermeister auch nicht mehr. Aber privat kann er ja dann wechseln …

Foto: Stadt Bochum, Presseamt